Einführung Hotel Levalois d'Escoville1
Woher
die Bezeichnung "zum Grossen Pferd" ?
Im Giebelfeld des Eingangstores des Hôtel befand sich ein bemerkenswertes flaches Relief, das folgendermassen beschrieben wurde : „ein kleiner Reiter steht auf einer Anhäufung toter Körper und Pferde, die von Vögeln gefressen werden. Er ist nach Osten gerichtet,... vor ihm ist der falsche Prophet abgebildet und der mehrköpfige Drache und andere Männer zu Ross, denen der Reiter sich anzunähern scheint. Er wendet den Kopf nach hinten, als ob er nach dem falschen Propheten und dem Drachen schauen wollte. Der Drache dringt in ein altes Schloss ein, aus dem Flammen emporschlagen, die den falschen Propheten schon bis zur Hälfte seines Körpers umgeben."
Über diesem Flachrelief befand sich „ein grosses Pferd in den Lüften mit Wolken unter den Vorderfüssen. Der aufsitzende Reiter hielt ehemals ein Schwert vor sich, aber es ist jetzt nicht mehr vorhanden. In seiner Rechten hält er eine lange eiserne Rute. Über ihm und hinter ihm erscheinen Reiter, die ihm nachstellen, vor ihm und darüber ein Engel in der Sonne... Auf dem Schenkel des grossen Reiters befindet sich eine Inschrift und an mehreren anderen Stellen, wie der König der Könige, der Herr der Herren und weitere mehr aus dem xix. Kapitel der Offenbarung."
Eine Vorstellung dieser Deloration kann man gewinnen beim Anblick des Tympanon der Tür des südlichen Pavillon, im Hintergrund des Vorhofes.
Die gesamte Bildhauerarbeit des Hôtel d‘Escoville gab zu vielen verschiedenen Deutungen Anlass. Alle berufen sich auf Versen aus der Offenbarung Sankt Johannis und beschreiben schauderhafte Szenen um ein Drama oder eine Bluttat, die wahrscheinlich als Ausdruck einer göttlichen Rache aufzufassen sind, oder auch als eine Anspielung auf die Kriegsgreuel, wie das offensichtlich am Beispiel des Reiters hervorgeht, dessen Reittier eine Anhäufung von Menschen- und Pferdekadavern mit den Füssen zerstampft.
- Nähere Auskunft bei Bernard Beck, in den Mémoires de l‘Académie, 1995.